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Die Begriffe

Schutzklasse, Sicherheitsstufe, Widerstandsgrad: drei Wörter, zwei Normen

Widerstandsgrad

ist der Fachbegriff der EN 1143-1. Er gilt für Wertschutzschränke & -räume, Tresortüren und Deposits und reicht von Grad N bzw. 0 aufwärts. Nur diese Einstufung steht hinter dem, was Versicherer als Wertbehältnis anerkennen.

Sicherheitsstufe

gehört zur EN 14450 und meint die Stufen S1 und S2. Das sind Sicherheitsschränke, nicht Wertschutzschränke — eine eigene, deutlich niedrigere Kategorie mit eigenem Prüfumfang.

Schutzklasse

schließlich ist ein umgangssprachlicher Sammelbegriff ohne Norm dahinter. In der Elektrotechnik hat er eine feste Bedeutung, im Tresorbau nicht. Wenn ein Angebot von Schutzklassen spricht, lohnt die Rückfrage, welche Norm gemeint ist.

Eine vierte Bezeichnung hält sich hartnäckig: die VdS-Klasse. Gemeint ist damit fast immer der Widerstandsgrad nach EN 1143-1, zertifiziert durch die VdS Schadenverhütung. Die Zählung ist dieselbe, nur die Schreibweise unterscheidet sich — VdS-Klasse 2 und Widerstandsgrad II bezeichnen dasselbe Gerät.

Der Überblick

Die Widerstandsgrade im Überblick

Grad RU Teil/Voll
Typische Umfeld
N/0
30 / 30
Haushalt, Arztpraxis, Betäubungsmittel auf Station

I

30 / 50 Apotheke, kleiner Betrieb, gehobener Privathaushalt
II 50 / 80
Handel mit Tageskasse, Werkstatt, private Sammlung
III 80 / 120
Filialbetrieb, Juwelier, größerer Warenbestand
IV 120 / 180
Juwelier mit hohem Bestand, Kreditinstitut, Kasino
V180/270
Bankfiliale, Spielbank, Edelmetallhandel, große Sammlung
VI270/400
Wertdienstleister, Geldbearbeitung, Tresorraum einer Bank

Versicherung

Was der Widerstandsgrad für Ihre Versicherungs­summe bedeutet

Grad Privat bis Gewerblich bis
N/0
40.000 €
10.000 €

1

65.000 €
20.000 €
2 100.000 €
50.000 €
3 200.000 €
100.000 €
4 400.000 €
150.000 €
5über 400.000 €
250.000 €
6individuelle Absprache
375.000 €

Zertifizierung

VdS, ECB·S und die Plakette in der Tür

 

Öffnen ohne Schlüssel

Der Widerstandsgrad sagt nichts über Feuer

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Widerstandsgraden und Sicherheitsstufen

Er gibt an, welchen Widerstand ein Baumuster in der Prüfung nach EN 1143-1 gegen einen Aufbruch mit definierten Werkzeugen geleistet hat. Angegeben wird er als zwei Widerstandseinheiten, etwa 50/80 für Grad II: der erste Wert für den Teilzugriff, der zweite für den vollständigen Zugang zum Innenraum.

Nein, und das ist die häufigste Verwechslung überhaupt. In eine Widerstandseinheit fließen die Dauer des Angriffs und der Aufwand der eingesetzten Werkzeuge ein — ein Winkelschleifer wird anders bewertet als ein Brecheisen. Ein Grad-II-Schrank hält also keineswegs achtzig Minuten stand, auch wenn man das oft liest.

Die Sicherheitsstufen S1 und S2 gehören zur EN 14450 und bezeichnen Sicherheitsschränke mit einem deutlich kürzeren und weniger aufwendigen Prüfumfang. Widerstandsgrade gehören zur EN 1143-1 und bezeichnen Wertschutzschränke. Nur Letztere erkennen Versicherer regelmäßig als vollwertiges Wertbehältnis an, mit den zugehörigen Richtwerten für die anerkannte Versicherungssumme.

Als Anhalt für Hausratrisiken gelten die VdS-Richtwerte: Grad N bis 40.000 Euro, Grad I bis 65.000, Grad II bis 100.000, Grad III bis 200.000 und Grad IV bis 400.000 Euro. Mit einer VdS-anerkannten Einbruchmeldeanlage verdoppeln sich diese Werte. Verbindlich ist immer Ihr eigenes Bedingungswerk.

Ja, sofern er weniger als 1.000 Kilogramm wiegt — das verlangt die EN 1143-1. Für Hausratrisiken kommt eine zweite Schwelle hinzu: mindestens 200 Kilogramm Masse oder Verankerung nach Montageanleitung, im gewerblichen Bereich mindestens 300 Kilogramm. Ohne Befestigung wird nicht der Inhalt entwendet, sondern das Gerät.

Nein. Die EN 1143-1 prüft ausschließlich den Widerstand gegen Aufbruch, und Stahl leitet Wärme sehr gut. Brandschutz ist getrennt geregelt, für leichte Feuerschutzschränke in der EN 15659 und für Datensicherungsschränke in der EN 1047-1. Wer beides braucht, kombiniert zwei Geräte oder einen geprüften Feuerschutzeinsatz.

An einer Plakette innen an der Tür, die Grad, Norm, Prüfstelle und Herstellungsjahr nennt, sowie am zugehörigen Zertifikat auf Papier. In Deutschland stammen beide üblicherweise von der VdS Schadenverhütung oder von ECB·S. Fehlen Plakette und Zertifikat, liegt keine gültige Zertifizierung vor, ganz gleich wie das Gerät beworben wird.

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