Planungszeitpunkt
So früh wie die Haustechnik. Ein Wertschutzschrank mittlerer Größe bringt mehrere hundert Kilogramm auf eine vergleichsweise kleine Aufstandsfläche. Zudem muss er in der Regel fachgerecht im Boden oder in der Wand verankert werden. Beides sind Entscheidungen, die idealerweise bereits im Rohbau berücksichtigt werden – denn später lassen sie sich nur mit erheblichem Aufwand und zusätzlichen Kosten korrigieren.
In der Praxis entstehen die größten Herausforderungen häufig nicht am Tresor selbst, sondern auf dem Weg dorthin. Aufzugsmaße, Türbreiten, Wendebereiche im Treppenhaus und die Tragfähigkeit von Decken entscheiden darüber, ob ein Tresor überhaupt an seinen vorgesehenen Aufstellort gebracht werden kann. Wird diese Frage erst bei der Lieferung geklärt, steht der Tresor im schlimmsten Fall im Erdgeschoss.
Deshalb beziehen wir uns idealerweise bereits in der Entwurfs- und Ausbauplanung ein. Zu diesem Zeitpunkt lässt sich eine Nische noch entsprechend dimensionieren, eine Decke gegebenenfalls ertüchtigen und der Einbringweg gezielt planen und freihalten. Je früher die Tresorplanung berücksichtigt wird, desto größer sind die Möglichkeiten. Später bleibt häufig nur noch die Wahl zwischen einem kleineren Modell, zusätzlichen baulichen Maßnahmen oder einem sichtbaren Kompromiss.
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Rick Böttcher
Tresor-Experte
EInbausituation
Welche Bauform in Frage kommt, ergibt sich aus dem Entwurf, nicht aus dem Programm. Jede Situation bringt eigene Anforderungen an Rohbau, Ausbau und Montagereihenfolge mit.
Bündig in die Wand gesetzt, nur die Tür bleibt sichtbar. Verlangt eine tragfähige Wand und eine früh festgelegte Nische.
Im Estrich oder in der Decke versenkt und von oben zugänglich. Verlangt eine Abstimmung mit Bodenaufbau und Heizungsführung.
In Schrank, Ankleide oder Sideboard eingebaut und verankert. Verlangt eine Abstimmung mit dem Tischler zur Aufstandsfläche.
Sichtbar im Raum und als Ausstattungsstück behandelt. Verlangt eine Oberfläche, die zur übrigen Einrichtung gehört.
Bei Einbaulösungen muss sich der Tresor an die baulichen Gegebenheiten anpassen – nicht umgekehrt. Wandstärke, Nischenmaß, Bodenaufbau oder vorhandene Möbel geben den verfügbaren Raum vor. Genau hier liegt der Vorteil unserer eigenen Fertigung: Wir können den Tresor auf die tatsächlichen Gegebenheiten abstimmen. Denn wenn eine vorhandene Öffnung beispielsweise vier Zentimeter von einem Standardmaß abweicht, lässt sich das nicht einfach mit einer anderen Bestellnummer lösen.
Wir fertigen deshalb Lösungen, die sich präzise in die vorhandene Architektur integrieren – vom individuellen Wandeinbau über den Bodeneinbau und die Möbelintegration bis zur freistehenden Aufstellung.
Farben & Muster
Ein Tresor muss nicht nach Tresor aussehen. Er kann sich perfekt in seine Umgebung einfügen – oder selbst zum besonderen Möbelstück werden. Ob elegante RAL-Lackierung, Leder, Edelholz, Carbon oder eine individuell gefertigte Intarsie: Bei der äußeren Gestaltung sind zahlreiche Varianten möglich. Auch eine furnierte oder bezogene Front oder die Integration in eine bestehende Möbelfläche lässt sich – abhängig von der Bauart – projektbezogen realisieren.
Und was außen möglich ist, gilt genauso für das Innenleben. Sie bestimmen, wie Ihre Werte aufbewahrt und präsentiert werden. Benötigen Sie integrierte Uhrenbeweger für Ihre Automatikuhren? Schubladen mit individuellen Facheinteilungen für Schmuck? Eine hochwertige Innenausstattung aus Holz, Leder oder einer Kombination aus beidem? Auch bei der Beleuchtung gehen wir auf Ihre Wünsche ein. Integrierte LED-Beleuchtung setzt Ihre hochwertigen Stücke gezielt in Szene und sorgt gleichzeitig für eine optimale Übersicht. So entsteht kein Tresor von der Stange, sondern eine individuelle Lösung, die Sicherheit, Funktionalität und Design miteinander verbindet.
Verschiedene Oberflächen

Lack

Leder

Edelholz

Carbon
Sicherheit
Tresore für Architekten unterscheiden sich in einem Punkt von jeder anderen Beschaffung: Bei der Tresorplanung kommt die entscheidende Anforderung häufig nicht vom Planer selbst, sondern vom Bauherrn und dessen Versicherung. Deshalb sollte die Frage nach dem richtigen Tresor nicht mit dem gewünschten Modell beginnen, sondern mit der Frage: Welche Summe soll im Tresor versichert werden? Aus der Antwort ergibt sich die erforderliche Versicherungssumme und damit der notwendige Widerstandsgrad nach EN 1143-1. Dieser ist maßgeblich dafür, welchen Versicherungsschutz der Tresor grundsätzlich ermöglicht.
Mit steigendem Widerstandsgrad steigen in der Regel auch die Anforderungen an die Konstruktion: größere Wandstärken, höheres Gewicht und entsprechend höhere Anforderungen an Transport, Aufstellung und Verankerung.
Kernwerte
Für die Ausführungsplanung brauchen Sie fünf Werte, und die stellen wir projektbezogen zusammen, sobald Bauform und Größe feststehen. Alle fünf hängen an der Einstufung nach EN 1143-1 — deshalb steht diese Frage am Anfang und nicht am Ende.
Die tatsächliche Kontur einschließlich Türanschlag, Scharnieren und erforderlichem Montagespiel.
Die Flächenlast am Aufstellort, entscheidend für Decken in Obergeschossen und Altbauten.
Lage und Anzahl der Bohrungen, abgestimmt auf Bewehrung, Estrichaufbau und Fußbodenheizung.
Der Schwenkbereich der Tür, oft der Grund für eine verschobene Nische oder ein anderes Anschlagmaß.
Der Aufstellort, Erdgeschoss - Keller - Obergeschoss, entscheidend für die Planung der Aufstellung am Aufstellort.
Sagen Sie uns, in welchem Format Sie diese Angaben benötigen. Für die Abstimmung mit dem Innenausbau genügt meist eine bemaßte Ansicht mit Schnitt; für die Ausschreibung ergänzen wir die technischen Kennwerte in der Form, die Ihr Leistungsverzeichnis verlangt.
Fertigung
Eine Einrichtung wird nach zehn Jahren erneuert, ein Tresor nicht. Er überdauert die meisten Räume, in die er gebaut wird, und mit ihnen häufig auch die Nutzung. Das ist für Sie insofern relevant, als der Bauherr sich mit Fragen zum Gerät noch Jahre später an das Büro wendet, das es geplant hat.
Wir nehmen Ihnen das ab. Wartung, Codeänderungen, Batteriewechsel und Öffnungen im Störfall laufen direkt über uns, und weil wir die Konstruktion selbst gezeichnet haben, sind auch nach zwei Jahrzehnten noch passende Bauteile verfügbar.
Bei einem späteren Umbau gilt dasselbe. Ein Gerät lässt sich lösen, versetzen und am neuen Ort erneut verankern; wo es nicht mehr gebraucht wird, holen wir es ab.
Zusammenarbeit
Vier Schritte, ein fester Ansprechpartner, und eine Beteiligung, die sich nach Ihrer Leistungsphase richtet.
Wir liefern Größenordnung, Gewicht und Einbringmaß, bevor die Nische festgelegt wird.
Bauform, Oberfläche und Schlossvariante werden verbindlich dokumentiert.
Der Einbautermin wird in den Bauablauf gelegt, abgestimmt mit dem Ausbau.
Einweisung des Bauherrn, Zertifikat und Unterlagen zur Dokumentation.
Der dritte Punkt entscheidet über den Aufwand. Wird ein Wandeinbau bereits in der Bau- und Ausbauphase berücksichtigt, können Öffnung, Einbautiefe, Verankerung und Wandaufbau von Anfang an aufeinander abgestimmt werden. Der Tresor lässt sich dadurch deutlich einfacher und sauberer in die vorhandene Bausituation integrieren.
Fragen und Antworten
In der Entwurfsplanung, spätestens vor der Tragwerksplanung. Zu diesem Zeitpunkt lassen sich Nischentiefe, Deckenertüchtigung und Einbringweg noch ohne nennenswerte Mehrkosten berücksichtigen. Für eine erste Einordnung genügen drei Angaben: die ungefähre Größe, der vorgesehene Raum und das Geschoss. Alles Weitere ergibt sich daraus.
Außenmaß und Einbringmaß, Gewicht und Aufstandsfläche, die Lage der Verankerungspunkte, den Öffnungsradius und die Bedienhöhe. Diese Werte stellen wir projektbezogen zusammen, sobald Bauform und Größe feststehen. Sagen Sie uns, in welchem Format Sie sie benötigen — für die Ausschreibung ergänzen wir die technischen Kennwerte entsprechend.
Ja, das ist einer der häufigsten Fälle in der Innenarchitektur. Entscheidend sind die Aufstandsfläche, die Verankerung im Boden und der Schwenkbereich der Tür. Die Abstimmung läuft dreiseitig zwischen Ihnen, dem ausführenden Tischler und uns — am besten, bevor das Möbel in Fertigung geht.
Lackierungen führen wir in jedem RAL-Ton aus, wahlweise seidenmatt oder hochglänzend. Sonderausführungen stimmen wir projektbezogen ab; ob eine Front bei uns oder beim ausführenden Tischler entsteht, hängt von der Bauart ab und will früh entschieden sein. Die Oberfläche berührt die geprüfte Konstruktion darunter in keinem Fall.
Das hängt vor allem am Widerstandsgrad und weniger am Volumen. Zwischen zwei benachbarten Stufen kann sich das Gewicht bei gleichem Innenraum deutlich verschieben — und damit auch die Anforderung an die Decke. Deshalb klären wir die erforderliche Einstufung immer, bevor Sie den Aufstellort endgültig festlegen.
Die Versicherung des Bauherrn, nicht der Planer und nicht wir. Maßgeblich ist allein die Summe, die im Tresor versichert sein soll; daraus ergibt sich die erforderliche Einstufung nach EN 1143-1. Wir brauchen dafür nur diese eine Angabe und leiten Wandstärke, Gewicht und Bauform vollständig davon ab.