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Die Normen

Welche Schlossklasse schreibt Ihr Tresor vor?

Widerstandsgrad
Min. Widerstandsgrad
Grad 0, I & II
    1 × Klasse A (VdS 1)

Grad III

1 × Klasse B (VdS 2)
Grad IV & V
2 × Klasse B (VdS 2)
Grad VI
2 × Klasse C (VdS 3)

Die Schlossklasse richtet sich nach dem Widerstandsgrad des Tresors, nicht nach dem Geldbeutel. Bis Grad II genügt ein Schloss der Klasse A (VdS 1), ab Grad III ist Klasse B (VdS 2) vorgeschrieben, und ab Grad IV müssen zwei Schlösser der Klasse B verbaut sein. Ein Tresor mit einem zu niedrig eingestuften Schloss verliert seine Zertifizierung — und damit die Grundlage für die Versicherungssumme.


Die Buchstaben stammen aus der EN 1300, die Ziffern aus der VdS-Systematik — gemeint ist dasselbe. Klasse A entspricht VdS 1, Klasse B entspricht VdS 2, Klasse C entspricht VdS 3. Wer beide Angaben nebeneinander im Datenblatt findet, liest also keine zwei Prüfungen, sondern eine in zwei Schreibweisen.


Zwei Schlösser bedeuten übrigens zwei Bedienvorgänge: Ab Grad IV wird der Tresor erst frei, wenn beide Verschlüsse gelöst sind. In der Praxis werden sie meist unterschiedlich kombiniert — ein Zahlenschloss für den täglichen Gebrauch, ein zweites für die Rückfallebene. Wer täglich mehrfach öffnet, sollte das beim Aufstellort und beim Ablauf einplanen.

MECHANISCH & wartungsarm

Doppelbartschloss

 

Was die Polizei dazu sagt

Bei erkennbaren Schlüsselschlössern tritt nach Beobachtung der Polizei mehr Vandalismus auf, weil Einbrecher den Schlüssel in der Nähe vermuten und danach suchen. Für einen Tresor im Wohnbereich oder im offenen Verkaufsraum ist das ein ernstzunehmendes Argument — der Schaden durch das Durchwühlen kann den Tresorinhalt übersteigen.

Öffnen ohne Schlüssel

Zahlenschloss

 

Mit Notschloss

Zahlenschloss mit Revision

 

Für Betriebe

Kaba Mauer B90

 

Der Überblick

Die vier Tresorschlösser im direkten Vergleich

Schloss Öffnung Nutzer
Rückfallebene
Doppelbartschloss Schlüssel Unbegrenzt über Schlüsselkopien Zweitschlüssel, sonst Notöffnung

Stellar Business

Zahlencode Ein Master und neun Benutzer Mastercode, sonst Notöffnung
Anchor 7000 Zahlencode Ein Master und neun Benutzer Mechanisches Notschloss im Gehäuse
Kaba Mauer B90 Zahlencode Bis zu neunzig Benutzer Verdecktes mechanisches Notschloss

Die Entscheidung

Welches Tresorschloss passt zu Ihrer Situation?

Vier Fragen führen erfahrungsgemäß schneller zur Antwort als jede Merkmalsliste. Sie betreffen nicht den Tresor, sondern den Alltag darum herum.

Wie viele Personen öffnen?

Bis zu zehn Zugriffsberechtigte deckt jedes unserer Schlösser ab. Darüber führt der Weg zum Kaba Mauer B90 mit eigener Benutzerverwaltung.

Steht der Tresor sichtbar?

In Wohnräumen und offenen Verkaufsflächen spricht viel für ein Zahlenschloss. Ein erkennbares Schlüsselschloss lädt zur Suche nach dem Schlüssel ein.

Was passiert bei Ausfall?

Wer keine Notöffnung riskieren will, nimmt ein Schloss mit Revision. Die mechanische Ebene bleibt unabhängig von Batterie und Elektronik.

Muss Zugriff belegbar sein?

Sobald Zugriffe dokumentiert werden müssen, zählt der Ereignisspeicher. Er reicht von 32 Einträgen bis zu rund 970 beim Kaba Mauer.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Tresorschlössern

Nein, beide sind nach EN 1300 geprüft und in ihrer Klasse gleichwertig. Der Unterschied liegt im Verhalten von Einbrechern: Bei erkennbaren Schlüsselschlössern wird häufiger nach dem Schlüssel gesucht. Deshalb die Empfehlung zum Zahlenschloss bei sichtbaren Tresoren.

Revision meint die mechanische Notöffnung über einen Schlüssel, nicht eine Prüfung. Beim Anchor 7000 sitzen elektronisches Motorschloss und mechanisches Notschloss in einem Gehäuse. Fällt die Elektronik aus, öffnet der Notschlüssel den Tresor.

Das gibt der Widerstandsgrad vor. Bis Grad II genügt Klasse A, ab Grad III ist Klasse B Pflicht, ab Grad IV sind zwei Schlösser der Klasse B vorgeschrieben. Die Zuordnung steht vollständig in der Tabelle oben.

Der Tresor bleibt zugänglich. Elektronikschlösser melden eine schwache Batterie vorab, und die Eingabeeinheit lässt sich von außen mit Strom versorgen. Der Batteriewechsel selbst dauert wenige Minuten und erfordert keinen Techniker.

Bei den meisten Modellen ja, gegen Aufpreis. Wichtig ist, dass das neue Schloss mindestens dieselbe Klasse nach EN 1300 erfüllt wie das bisherige. Andernfalls verliert der Tresor seine Zertifizierung und die zugesagte Versicherungssumme.

Das unterscheidet die Systeme am deutlichsten. Stellar Business und Anchor 7000 arbeiten mit einem Master und neun Benutzern, das Kaba Mauer B90 verwaltet bis zu 90 Benutzer. Darin liegt der eigentliche Aufpreis.

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