Das Risiko
Der Prüfstandard
Sie ist verpflichtender Teil des Einheitsblatts und der eigentliche Kern: Der Schrank muss das volle Energiepotenzial seines Inhalts nach außen beherrschen. Klassifiziert wird dabei nicht in Minuten, sondern über die gespeicherte Energie in Wattstunden. Das Einheitsblatt legt damit auch fest, wie viel Energie Sie in einem geprüften Schrank überhaupt lagern dürfen — eine Zahl, die vorher niemand sauber nennen konnte.
Sie ist optional und verfolgt ein anderes Ziel: Ein Brand im Raum soll nicht auf die Akkus im Schrank übergreifen, die sonst als Brandbeschleuniger wirken würden. Diese Prüfung ist an DIN EN 14470-1 angelehnt, bekannt von Sicherheitsschränken für brennbare Flüssigkeiten, und arbeitet mit den klassischen Zeitklassen von 30, 60 oder 90 Minuten.
Die Ausbreitung innerhalb des Schranks muss begrenzt werden, etwa durch Dämmung zwischen den Lagerebenen. Und es definiert das maximal zulässige Lagervolumen beziehungsweise die maximale Energie — die Grenze, ab der ein Schrank nicht mehr die richtige Lösung ist.
Für die Praxis heißt das: Ein Schrank mit Angabe „O 60“, aber ohne Innenprüfung, schützt den Schrankinhalt vor dem Raum — nicht den Raum vor dem Schrankinhalt. Achten Sie auf beide Werte.
Die Abgrenzung
Nach DIN EN 14470-1 — entwickelt für brennbare Flüssigkeiten. Er hält Feuer von außen ab. Ein Akkubrand im Inneren ist nicht sein Prüffall.
Für einzelne kleine Akkus, Transport und Zwischenlagerung. Günstig, aber ohne Ladefunktion und ohne geprüfte Energiegrenze.
Nach EN 1047 — hält die Innentemperatur niedrig, um Papier oder Datenträger zu schützen. Die Prüflogik läuft genau umgekehrt zum Akkufall.
Nach VDMA 24994 — der einzige Schranktyp, dessen Prüfung den Brand im Inneren abbildet, inklusive Propagation und Gasfreisetzung.
Die Lösung
Der Überblick
| Brandschutzbox | Gefahrstoffschrank | Akkuschrank VDMA 24994 | |
|---|---|---|---|
| Prüffall |
keine einheitliche Prüfung |
Feuer von außen |
Batteriebrand von innen, optional außen |
Grundlage |
herstellerabhängig |
DIN EN 14470-1 |
VDMA 24994:2024-08 |
| Klassifizierung |
— |
30/60/90 Minuten |
innen in Wh, außen in Minuten |
| Laden möglich | nein |
nicht vorgesehen |
ja, geprüft |
| Propagationsschutz | nein |
nein |
gefordert |
| Aktive Technik | nein |
selten | Rauch, Temperatur, Notabschaltung |
| Typischer Einsatz | einzelner Akku, Transport |
Lacke, Lösemittel |
Werkstatt, Lager, Fuhrpark |
Die Einsatzbereiche
Fahrzeug- und Flurförderzeugakkus, die im Mehrschichtbetrieb geladen werden.
Akkuwerkzeug und E-Bike-Akkus, oft in großer Zahl und auf engem Raum.
Prüf-, Ersatz- und Speicherakkus mit hoher Energiedichte.
Einsatzgeräte, die jederzeit geladen und verfügbar sein müssen.
Die ENtscheidung
Nicht die Anzahl der Akkus entscheidet, sondern die Summe ihrer Wattstunden. Das ist die Größe, über die das Einheitsblatt klassifiziert — und der erste Wert, den wir im Gespräch zusammenrechnen.
Wenn ja, brauchen Sie einen Schrank, dessen Prüfung das Laden einschließt, plus eine Notabschaltung. Ein reiner Lagerschrank mit nachträglich eingelegter Steckdosenleiste ist keine geprüfte Lösung — und im Schadensfall ein Problem.
Im Gebäude zählt vor allem die Innenprüfung, weil der Brand im Schrank Ihre Belegschaft gefährdet. Grenzt der Standort an andere Brandlasten, kommt der Außenschutz in 30 oder 60 Minuten dazu. Steht er im Fluchtweg, ist die Gasabsaugung keine Option, sondern Voraussetzung.
Hier gibt es keine pauschale Antwort — die Anforderungen hängen vom Betrieb, der Menge und dem Gebäude ab. Wir gehen das vor der Angebotserstellung mit Ihnen durch, damit die Lösung zum Nachweis passt und nicht umgekehrt.
Häufige Fragen
Ein Schrank, der Lithium-Ionen-Akkus so lagert und lädt, dass ein Brand im Inneren den Raum nicht erreicht. Geprüft wird das nach dem VDMA-Einheitsblatt 24994 mit einem echten Batteriebrand, nicht mit einer Ofenprüfung.
Die Innenprüfung (I) ist verpflichtend: Einzelne NMC-Zellen werden in den Thermal Runaway getrieben, der Schrank muss das Energiepotenzial beherrschen. Klassifiziert wird über die gespeicherte Energie in Wattstunden. Die Außenprüfung (O) ist optional, an DIN EN 14470-1 angelehnt und arbeitet mit 30, 60 oder 90 Minuten.
Nein, es ist ein VDMA-Einheitsblatt, also ein Prüfstandard der Branche. Erschienen im August 2024, erarbeitet von Herstellern, Prüfinstituten, Versicherern und Behörden.
Ja, wenn der Schrank dafür geprüft und mit einer eigenen Stromversorgung ausgestattet ist. Eine Mehrfachsteckdose in einem Lagerschrank erfüllt das nicht.
Nein. Ein Gefahrstoffschrank nach DIN EN 14470-1 schützt den Inhalt vor einem Brand im Raum. Beim Akku kommt die Gefahr aus dem Schrank — dieser Fall ist dort nicht geprüft.
Ausschlaggebend ist nicht die Stückzahl, sondern die zulässige Gesamtenergie in Wattstunden, die das Einheitsblatt je Prüfung festlegt. Wir rechnen Ihren Bestand dafür einmal durch.
Eine sich selbst verstärkende chemische Reaktion in der Zelle. Sie erzeugt ihre eigene Wärme und lässt sich nicht durch Kühlen stoppen, bevor sie abgelaufen ist. Deshalb geht es beim Akkuschrank um Eingrenzen, nicht um Löschen.
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